Bericht 2017

4. DeafIT Conference am 10. und 11. November 2017 in Frankfurt am Main

In der „Finanzhauptstadt Deutschlands“ - Frankfurt am Main wurde die 4. DeafIT Conference nach 3 Konferenzen in München, Nürnberg und Hamburg durchgeführt.

Wir durften auf der diesjährigen Konferenz neben den vielen Teilnehmern aus allen Teilen Deutschlands und aus Österreich auch zum ersten Mal einen aus der Schweiz sowie Hörende begrüßen.

Tobias Burz, Gründer und Pionier der DeafIT Konferenz, bedankte sich bei der Begrüßung und Einführung namentlich beim Premium-Sponsor TechData. Er ist froh, dass trotz der vielen Terminüberschneidungen anderer Veranstaltungen in Deutschland zur gleichen Zeit das Interesse an der einzigartigen Konferenz unverändert groß ist. Ungefähr 50% der Teilnehmer haben sich zum ersten Mal hierfür angemeldet.

Bei der DeafIT Konferenz wurden Themen-Schwerpunkte vorgetragen: DevOps, Softwareentwicklung und UX (UserExperience)

Die Vorträge zu diesen Schwerpunkten waren vielfältig und lagen auf höchstem Niveau, sodass jeder Teilnehmer vieles davon mit großem Interesse für die eigenen Bedürfnisse und beruflichen Tätigkeiten mitnehmen konnte.

Am Freitagnachmittag begann die Konferenz mit zwei Vorträgen „IBM Bluemix - oder wie man eine App-Idee mal eben in der Cloud realisiert“ von Harald Uebele (TechData) und „Digital Experiences und die neue Vielfalt“ von Jo Spelbrink.

Diese beiden Vorträge haben zwar unterschiedliche Themen, aber durch die Zusammenhänge zwischen der Nutzung sowie Entwicklung der Cloud-Apps und der Herausforderungen, Experiences sowie Lösungsmöglichkeiten des Content Managements für unterschiedlichste Enduser-Geräte konnten hier Gemeinsamkeiten zueinander erkannt werden.

Beim Vortrag von Jo Spelbrink gab es eine heitere Diskussion zwischen Jo und dem Publikum, die eine sehr gelöste Stimmung mit sich brachte.

Diese Stimmung wurde am Abend beim alljährlichen „gettogether“, im Restaurant “Ong Tao” in Frankfurt, fortgesetzt, wo sich alle Besucher näher kennenlernten und ihre Erfahrungen über ihre Arbeiten austauschen aber auch abseits der Arbeitswelt reden konnten. Am darauffolgenden Samstag ging es weiter mit vielen Vorträgen und Themen aus den Themen-Schwerpunkten in der Informations- und Technologie-Branche.

Der erste Vortrag begann mit dem Keynote „Technologie“. Matthias Stommel, der IT-Kaufmann und Wirtschaftsingenieur bei der CryptoTec AG, trug das Thema „Blockchain - Was ist das? Was kann sie? Wieso der Hype?“ vor und zeigte hier auf, was hinter dieser Technologie und deren Entwicklung steckt. Er ist überzeugt, dass die Blockchain-Technologie über enormes Potenzial verfügt, viele Branchen zu revolutionieren insbesondere die Finanzindustrie. Beispielsweise können dritte Parteien, die z.B. Bankdienstleistungen zwischen Endkunden vermitteln, durch Blockchain überflüssig gemacht werden. Nepomuk Seiler, der Software Engineer von gutefrage.net GmbH berichtete von seinen Erfahrungen aus zwei Jahre Entwicklung auf dem „master branch“ und einer „continuous deployment“ Infrastruktur, in der jeder Commit direkt live geht. Hierbei wurden Fragen und Lösungen aufgezeigt: Wie funktioniert Entwicklung? Wie werden Code-Reviews gemacht? Was passiert im Fehlerfall? In was für einem Arbeitsumfeld ist so etwas möglich? Er zeigte auf, dass für Continuous Deployment wie für jede andere Releasestrategien Risiken und Nutzen abgewogen werden müssen, bei denen er verschiedene Arten von Ausfällen an konkreten Vorkommnissen erklären konnte.

Das Thema „Digital Business process management - Was ist Business Process Management (BPM)?” wurde von Leif Möhr, Senior SQA Engineer bei Kofax, vorgetragen. Er verglich BPM mit Industrie 4.0 und zeigte den Einsatz und die Vorteile des digitalen BPM als Beispiel in den verschiedenen Bereichen und deren Nutzung in OCR (Input), Datenbank (Process), Ablauf Process (Process / Output). Anschließend berichtete Bettina Schmolla, SAP HCM Senior Consultant bei Atos, über die Bedeutung und Einfluss von verschiedenen Unicode-Verfahren für Programm-Entwicklungen im In- und Ausland.

Während der zweistündigen Mittagspause an einem reichhaltigen und vielfältigen Büffet konnten sich die Teilnehmer austauschen und noch näher kennenlernen. Dazu konnten sie die Sponsoren-Stände von OpenMind IT-Training, Workplace und Deutsche Gehörlosenzeitung im Foyer besuchen und Informationen in Gesprächen einholen.

Ein Vortrag zu „GraphQL - Die bessere Alternative zu RESTful API?“ von Fabian Spillner, Software Engineer von gutefrage.net GmbH weckte das Interesse der Teilnehmer da diese Programmiersprache erst seit 2 Jahren von Facebook veröffentlicht wurde und rasch Beliebtheit erlangt hat. Fabian stellte GraphQL als Alternative zu REST API vor und konnte beweisen, dass GraphQL schnellere Applikationen und bessere Experience aus Entwicklersicht gegenüber REST versprechen konnte.

Beim letztjährigen Vortrag über das Delegs-Projekt konnten die Projektleiter beweisen, dass es eine Schriftsprache für die Gebärdensprache gibt, die den Benutzern die Möglichkeit bietet, die Gebärdensprache erlernen, aufzuschreiben und lesen zu können. Beim diesjährigen Vortrag zeigte Jörn Koch, Senior Software Architekt bei der WPS, eine weitere Entwicklung der neuartigen Architektur des Delegs-Editors und gleich einen Ausblick auf das Folgeprojekt mit den Themen Gamification und Open-Source. Für dieses Folgeprojekt suchen sie erstmalig zwei gehörlosen/hörgeschädigten Softwareentwickler und Jörn Koch bat den die Teilnehmern um Bewerbungen und dem DeafIT-Team um Veröffentlichung der Stellenausschreibung. Zudem haben sie geplant, den Delegs-Code der (gehörlosen) Entwickler-Community dauerhaft zur Verfügung zu stellen.

Nach der anschließenden Kaffeepause kamen alle Teilnehmer zu zwei weiteren Themen zusammen.

Florian Erfurth berichtete von seinen Erfahrungen bei der Bewerbung für die Stelle als IT-Leiter bei verschiedenen Firmen und gab den Teilnehmern wertvolle Hinweise und Tipps. Er ermutigte sie, sich auch für entsprechende Führungspositionen zu bewerben. Als letzter Speaker kam Vincent Rothländer, Freelancer und ehemaliger Sopra Steria Consulting Berater, mit der weiteren Keynote Softwareentwicklung zum Thema „Was ist Microsoft AI und was kann sie?“. Er zeigte den Teilnehmern die enorme Leistungsfähigkeit der Services mit der künstlichen Intelligenz (KI) durch Microsoft AI (Artificial Intelligence). Hiermit können die Entwicklungszeiten verkürzt und der Aufwand für Entwickler und Data Scientists vereinfacht werden.

In der Abschlussrunde wurde einstimmig für einen festen Termin am zweiten November-Wochenende entschieden, bei dem die DeafIT Conferences jedes Jahr stattfinden werden. Damit wird sichergestellt, dass jeder dann genau weiß, wann die Conference stattfinden wird und somit jeder sich den Termin im Voraus im eigenen Kalender fest vermerken kann.

Tobias Burz kündigt München als die nächste Location für die DeafIT Conference 2018 und die Veröffentlichung von Informationen in der DeafIT Website hierfür schon spätestens im Februar 2018 an.

Die Feedbacks in der Umfrage waren weitaus positiver als in den letzten Jahren zuvor, was wohl an der professionelleren Umgebung, Verpflegung und Service im Tagungshotel lag. Auch haben den Teilnehmern die sehr guten Dolmetschereinsätze (Schriftdolmetscher und Gebärdensprachdolmetscher) gefallen.

Es gab darunter einige Wünsche, die wir hier nicht vorenthalten wollen: Die Vorträge sollten mehr unterschiedliche Themen enthalten und daher kürzer sein. Ebenso sollte es die Möglichkeit geben, außerhalb der Vorträge mehr Informationen untereinander auszutauschen und mehr Firmen-Stände zur Verfügung zu stellen.

Das DeafIT Team bedankt sich ganz herzlich bei allen Sponsoren für die tolle Unterstützung dieser Konferenz, bei den Gebärdensprachdolmetscherinnen sowie den Schriftdolmetschern vor Ort, die herausragende Übersetzungen geleistet haben, und den Teilnehmern, ohne diese die tolle Konferenz nicht zu erfolgreichem Abschluss gekommen wäre.

Wir sehen uns im nächsten Jahr 2018 wieder!

Euer DeafIT Team

Text: Tobias Burz
Bilder: DeafIT

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