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Bericht 2014

Die erste DeafIT Konferenz 2014 in München

Nach fast einjähriger Vorbereitung fand die 1. DeafIT Konferenz am 25. Oktober 2014 im Gehörlosenzentrum München (GMU) statt. Eine unerwartete hohe Teilnehmerzahl der Konferenz sind aus ganz Deutschland viele Besucher aus verschiedenen Tätigkeitsbereichen zur Konferenz gekommen z.B. Software-Entwickler, Projektleiter, Unternehmer, Freiberufler usw. in der Informations- & Technologie Branche. Die Besucherzahl zeigte uns, dass das Interesse und der Bedarf an der Deaf IT Konferenz sehr groß sind.

Tobias Burz und Manuel Gnerlich aus dem DeafIT Team führten die Teilnehmer der Konferenz als Moderatoren durch das Konferenz-Programm und die spannende Diskussionen. Ebenso erzählten von der Entstehung und Hintergründe der Deaf IT Konferenz.

DeafIT Konferenz 2014: Die Teilnehmer

Erfahrungsberichte der Besucher

Zu Beginn der Veranstaltung erzählten die Teilnehmer/in, welchen Hörstatus sie haben und von ihrem Berufsbild, sowie Erfahrungen als Hörgeschädigter in der IT Branche.

Sehr viele Besucher erzählten von ihren eigenen interessanten als auch unterschiedlichen Erfahrungen im Beruf und Arbeitsleben. Hier merken wir, dass das Berufspektrum in der IT-Branche sehr vielfältig und breitgefächert ist, was vor 20 Jahren kaum vorstellbar war. Es gibt viele unterschiedliche Berufe in den IT-Bereichen, wie Software-, App-, .NET-Entwickler, Projekt-, Community Management, Grafikdesign, Wissenschaftler und vieles mehr. Das ist aber nur ein kleiner Teil des aktuellen Berufsangebot in der IT-Branche, denn in der Vergangenheit war die Berufsauswahl für die Hörgeschädigten sehr eingeschränkt im Vergleich zu heute. Heutzutage hat sich ein Hörgeschädigter durch die digitale Entwicklung und auch des größere Unterstützungsangebot im Berufsleben enorm verbessert.

DIE VORTRÄGE:

Wikisign – Vortrag von Kilian Knörzer über Wikisign – Wikipedia in Gebärdensprache.
Was ist Wikisign? Wie funktioniert es? Wie ist es technisch aufgebaut? DGS.Wikisign.org ist ein Projekt zum Aufbau eines freien Lexikons der deutschen Gebärdensprache. Jeder kann sein Wissen mit einfließen lassen und zur Erweiterung des Wikisigns beitragen. Jedoch herrscht noch ein großes Defizit an fachspezifischen Begriffen in Gebärdensprache für verschiedene Berufe in der IT-Branche. Helft mit Wikisign auszubauen! www.wikisign.org

Tess und TeleSign – Vortrag von Petra Reußenzehn und Bernd Schneider über Tess & TeleSign:
Wie kann trotz einer Hörbehinderung mit Kollegen und Kunden mit dem Telefon kommuniziert werden? P. Reußenzehn zeigte anhand eines praktischen Beispiels Live vor Ort wie Tess und TeleSign funktionieren. B. Schneider gab einen technischen Einblick in den Aufbau von Tess & TeleSign. Die Relay Dienste basieren auf SIP (Session Initiation Protocol), der sogenannten IP-Telefonie. So kann jeder Hörgeschädigte mit verschiedenen Geräten z.B. SIP-Bildtelefon, iPad, iPhone, Mac und PC telefonieren. www.telesign.de

Gehörloser freiberuflicher Software-Berater – Vortrag von Manuel Gnerlich über sein Berufsbild:
Wie ist es als Gehörloser ein freiberuflicher Software-Berater zu sein? M. Gnerlich gab einen Einblick in seinen Erfahrungen als gehörloser Freiberufler. Mit welchen Voraussetzungen kann eine freiberufliche Tätigkeit ausgeübt werden? Was ist der Unterschied zwischen Freiberufler und Gewerbetreibender?

Die Kommunikation und Kundenakquise sind der schwerste Teil der freiberuflichen Tätigkeit, da der der Gehörlose durch die Defizite schwieriger hat, die Kontakte mit den Hörenden aufzubauen. Es gibt einen erfolgreichen Weg für die Kundenakquise: Die berufliche Netzwerkplattform XING. Mit XING kann ein Netzwerk mit vielen Kunden aufgebaut und verknüpft werden, ohne dass im Vorfeld, die Hörschädigung angegeben wird und die berufliche Fachkompetenz im Vordergrund steht.

Software Pentaho – Vortrag Stefan Halter, Solution Architekt bei Thomson Reuters Deutschland, über Pentaho www.pentaho.de.
S. Halter gab uns einen Einblick in die Software Pentaho Business, Analytics & Data Integration – Community Edition.

Die Teilnehmer werden des Weiteren über ein aktuell sehr großes und interessantes Thema aufgeklärt. Big Data. Was ist Big Data? Wie können die Daten schnell ausgewertet werden? Zum Beispiel: In einer Region chatten viele mit einem Programm, die Chat-Daten werden gesammelt und ausgewertet. Mittels eines Stichwortes z.B. „Erkältung“ kann durch die gesammelten Daten festgestellt werden, in welchen Regionen die meisten Menschen erkältet sind. Die Informationen sind relevant für Ärzte oder Apotheke, um schnell handeln zu können z.B. die Region mit Impfstoff oder Medikamente rechtzeitig zu vorsorgen. Das ist einerseits ein Vorteil, andererseits gibt es auch einige kritische Punkte, vor allem Datenschutz.

WebRTC – Vortrag von Manuel Gnerlich über WebRTC.
Hier sehen wir, wie Web-Echtzeitkommunikation (Browser to Browser) funktionieren. WebRTC wird in Webbrowsern eingebaut und soll Videokonferenzen, Filetransfers, Chats und Desktopsharings umfassen. Wie profitieren die Hörgeschädigten davon? WebRTC wäre auch interessant für Tess und TeleSign Deutschland. Dadurch kann die technische Barriere möglicherweise abgebaut werden, was wir mit SIP oft erleben. SIP ist auch eigentlich eine tolle Sache, aber leider nicht Anwenderfreundlich.

Abschluss der Konferenz – Get together

Am Ende der DeafIT Konferenz fanden sich alle Teilnehmer und das DeafIT Team in einem bayerischen Lokal „Zum Lohengrin’s“ zu einem „GetTogether“ ein. Dort ging der Austausch von Wissen über IT weiter, so wie das Networking unter den Teilnehmern.

Das war’s!

Vielen Dank an allen Teilnehmern, Referenten für die tolle und interessante erste DeafIT Konferenz 2014. Das DeafIT-Team bedankt sich ebenso ganz herzlich bei ihren Sponsoren, dem Gehörlosenverband München und Umland e.V., TeleSign Deutschland & CHIP Online für die Unterstützung der ersten DeafIT Konferenz 2014.

Wir freuen uns auf die nächste DeafIT Konferenz!

Text: Tobias Burz
Bilder: DeafIT

DeafIT Konferenz 2014 – Sponsored by

VerbaVoicePHONAK & CHIP & GMU

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